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Jesus im Islam

Die islamische Sichtweise auf Jesus (Isa): seine Geburt, Wunder, Botschaft, Kreuzigung und das zweite Kommen des Messias

❤️ Die islamische Vorstellung von Jesus

Die islamische Vorstellung von Jesus liegt zwischen zwei Extremen. Die Juden, die Jesus als Propheten verleugneten, bezeichneten ihn als Schwindler, während ihn die Christen auf der anderen Seite als Sohn Gottes betrachteten und ihn als solchen anbeteten. Im Islam wird Jesus als einer der größten und am meisten vorhergesagten Propheten neben Noah, Abraham, Moses und Muhammad – möge Gott sie preisen – betrachtet. Jesus wird ebenfalls als der Messias angesehen.

Die Botschaft Gottes für die Menschheit wurde zuerst Adam (Friede sei mit ihm) offenbart: betet Gott an, und nur Gott allein, und lebt Seinen Anweisungen folgend. Alle die aufeinander folgenden Offenbarungen für Noah, Abraham, Moses, Jesus, und schließlich Muhammad stimmen mit dieser Botschaft überein. Daher sieht der Islam jegliche Widersprüche unter den Offenbarungsreligionen als Hinzufügungen von Menschenhand in diese Religionen an.

Obgleich der Quran nicht die detaillierte Lebensgeschichte von Jesus enthält, beleuchtet er doch die wichtigsten Punkte seines Lebens, wie seine Geburt, seine Berufung und sein Emporsteigen zum Himmel.

🌸 Geboren von einer jungfräulichen Mutter

Wie die Christen glauben auch die Muslime, dass Maria – auf Arabisch Maryam – eine reine, jungfräuliche Frau war, die auf wundersame Weise Jesus gebar. Jesus' Geburt selbst war ein Wunder, denn er hatte keinen Vater. Gott beschreibt seine Geburt folgendermaßen im Quran:

„Und gedenke im Buch Marias, als sie sich von ihren Angehörigen an einen östlichen Ort zurückzog. Sie nahm sich einen Vorhang vor ihnen. Da sandten Wir Unseren Geist zu ihr. Er stellte sich ihr als wohlgestaltetes menschliches Wesen dar. Sie sagte: ‚Ich suche beim Allerbarmer Schutz vor dir, wenn du gottesfürchtig bist.' Er sagte: ‚Ich bin nur der Gesandte deines Herrn, um dir einen lauteren Jungen zu schenken.' Sie sagte: ‚Wie soll mir ein Junge gegeben werden, wo mich doch kein menschliches Wesen berührt hat und ich keine Hure bin?' Er sagte: ‚So wird es sein. Dein Herr sagt: Das ist Mir ein Leichtes und damit Wir ihn zu einem Zeichen für die Menschen und zu einer Barmherzigkeit von Uns machen.' Und es ist eine beschlossene Angelegenheit."
Quran 19:16–21

Diese Tatsache besagt allerdings weder, dass Jesus göttlicher Natur war, noch dass er würdig ist, angebetet zu werden, wo doch Adams Existenz noch wunderbarer war als die von Jesus.

„Gewiß, das Gleichnis Jesu' ist bei Gott wie das Gleichnis Adams. Er erschuf ihn aus Erde. Hierauf sagte Er zu ihm: ‚Sei!' und da war er."
Quran 3:59

✨ Die Wunder Jesu

Die Muslime glauben genau wie die Christen auch, dass Jesus Wunder vollbrachte. Diese Wunder wurden mit dem Willen und mit der Erlaubnis Gottes vollbracht, der die Kraft und die Macht über alle Dinge besitzt.

„Wenn Gott sagt: ‚O Jesus, Sohn Marias, gedenke Meiner Gunst an dir und an deiner Mutter, als Ich dich mit dem Heiligen Geist stärkte, so dass du in der Wiege zu den Menschen sprachst und im Mannesalter; und als Ich dich die Schrift, die Weisheit, die Thora und das Evangelium lehrte; und als du aus Lehm mit Meiner Erlaubnis (etwas) schufst, (was so aussah) wie die Gestalt eines Vogels, und ihr dann einhauchtest, und sie da ein (wirklicher) Vogel wurde mit Meiner Erlaubnis; und als du den Blindgeborenen und den Weißgefleckten mit Meiner Erlaubnis heiltest und Tote mit Meiner Erlaubnis (aus den Gräbern) herauskommen ließest; und als Ich die Kinder Israels von dir zurückhielt, als du mit den klaren Beweisen zu ihnen kamst, worauf diejenigen von ihnen, die ungläubig waren, sagten: ‚Das ist nichts als deutliche Zauberei.'"
Quran 5:110

Gott schickte alle Propheten mit besonderen Wundern zu ihren Völkern, damit sie ihnen die Wahrhaftigkeit ihrer Botschaft beweisen konnten. Diese Wunder konnten sie nicht aus eigenem Antrieb vollbringen, sondern nur durch Gottes Willen.

☝️ Die Göttlichkeit Jesu – die islamische Sichtweise

Muslime glauben an die absolute Einzigkeit Gottes, Der als das Allerhöchste, ganz frei von jeglichen Unzulänglichkeiten, Bedürfnissen und Wünschen ist. Er besitzt keine Partner in Seiner Göttlichkeit. Jesus erhob nie einen Anspruch auf Göttlichkeit, noch behauptete er, er sei anzubeten. Er sagte nicht, er sei der „Sohn" Gottes oder Teil der „Dreieinigkeit", sondern lediglich, dass er nur ein Diener Gottes sei, der zu den Juden geschickt worden ist.

„Fürwahr, ungläubig sind diejenigen, die sagen: ‚Gewiß, Gott ist der Messias, der Sohn Marias', wo doch der Messias (selbst) gesagt hat: ‚O Kinder Israels, dient Gott, meinem Herrn und eurem Herrn!'"
Quran 5:72
„Fürwahr, ungläubig sind diejenigen, die sagen: ‚Gewiß, Gott ist einer von dreien.' Es gibt keinen anderen Gott außer dem Einen, Einzigen. Wenn sie mit dem, was sie sagen, nicht aufhören, so wird denjenigen von ihnen, die ungläubig sind, ganz gewiß schmerzhafte Strafe widerfahren. Wenden sie sich denn nicht in Reue zu Gott und bitten Ihn um Vergebung? Gott ist Allvergebend und Barmherzig. Der Messias, der Sohn Marias, war doch nur ein Gesandter, vor dem bereits Gesandte vorübergegangen waren. Und seine Mutter war sehr wahrheitsliebend; sie (beide) pflegten Speise zu essen."
Quran 5:73–75
„O Leute der Schrift, übertreibt nicht in eurer Religion und sagt gegen Gott nur die Wahrheit aus! Der Messias, Jesus, der Sohn Marias, ist nur Gottes Gesandter und Sein Wort, das Er Maria entbot, und Geist von Ihm. Darum glaubt an Gott und Seine Gesandten und sagt nicht ‚Drei'. Hört auf (damit), das ist besser für euch! Gott ist nur ein Einziger Gott. Preis sei Ihm, (und Erhaben ist Er darüber), dass Er ein Kind haben sollte! Ihm gehört (alles), was in den Himmeln und was auf der Erde ist, und Gott genügt als Sachwalter."
Quran 4:171
„Und sie sagen: ‚Der Allerbarmer hat Sich Kinder genommen.' Ihr habt ja eine abscheuliche Sache begangen. Beinahe brechen davon die Himmel auseinander, und (beinahe) spaltet sich die Erde, und (beinahe) stürzen die Berge in Trümmern zusammen, dass sie dem Allerbarmer Kinder zuschreiben. Es ziemt dem Allerbarmer nicht, Sich Kinder zu nehmen. Niemand in den Himmeln und auf der Erde wird zum Allerbarmer anders denn als Diener kommen (können)."
Quran 19:88–93

Am Tag des Gerichts wird sich Jesus selbst von dieser falschen Behauptung befreien:

„Und wenn Gott sagt: ‚O Jesus, Sohn Marias, bist du es, der zu den Menschen gesagt hat: Nehmt mich und meine Mutter außer Gott zu Göttern?' wird er sagen: ‚Preis sei Dir! Es steht mir nicht zu, etwas zu sagen, wozu ich kein Recht habe. Wenn ich es (tatsächlich doch) gesagt hätte, dann wüßtest Du es bestimmt. Ich habe ihnen nur gesagt, was du mir befohlen hast (nämlich): Dient Gott, meinem und eurem Herrn!'"
Quran 5:116–117

So steht selbst in der heutigen Bibel:

„Und Gott redete alle diese Worte: Ich bin der Herr, dein Gott, der Ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe. Du sollst keine anderen Götter haben neben Mir."
2. Mose 20:1–3

📢 Die Botschaft Jesu

Der Quran bestätigt deutlich, dass Jesus ein Prophet war und auch die Tatsache, dass er nicht mehr als das war. Jesus war in der Tat der letzte aus der Linie der jüdischen Propheten. Er lebte nach der Thora, dem Gesetz von Mose und lehrte seinen Anhängern, das gleiche zu tun.

„Ihr sollt nicht wähnen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen."
Matthäus 5:17–18
„O Kinder Israels, gewiß, ich bin Gottes Gesandter an euch, das bestätigend, was von der Thora vor mir (offenbart) war, und einen Gesandten verkündend, der nach mir kommen wird: sein Name ist Ahmad (der Gepriesene)."
Quran 61:6

Jesus bestätigte nicht nur die Schriften, die vor ihm offenbart worden waren, sondern er sagte auch einen anderen Propheten voraus, der nach ihm kommen sollte. Diese Tatsache wird im heutigen Neuen Testament ebenfalls erwähnt:

„Und ich will den Vater bitten, und er wird euch einen andern Tröster geben, dass er bei euch sei ewiglich: den Geist der Wahrheit."
Johannes 14:16–17

✝️ Die Kreuzigung

Gott erklärt im Quran, dass Jesus nicht gekreuzigt worden ist; es sollte eher für die Juden so aussehen. Gott aber erhob ihn in die Himmel. Der Quran erwähnt nicht, wer derjenige war, der an Jesus Stelle gekreuzigt wurde.

„…Aber sie haben ihn weder getötet noch gekreuzigt, sondern es erschien ihnen so."
Quran 4:157
„Nein! Vielmehr hat Gott ihn zu Sich erhoben. Gott ist Allmächtig und Allweise."
Quran 4:158

Der Islam weist die Vorstellung, dass irgendjemand die Sünde eines anderen tragen könnte, strikt zurück:

„Und keine lasttragende (Seele) nimmt die Last einer anderen auf sich."
Quran 39:7

Der Islam betont nachdrücklich die Ansicht, dass Gott in der Lage ist, alle Sünden zu vergeben, wenn eine Person wirklich bereut und sich davor zurückhält, sie zu wiederholen. Gott benötigt dazu keinerlei Blutopfer.

🌟 Das zweite Kommen des Messias

Wie die Christen glauben auch die Muslime an die Rückkehr von Jesus, dem Messias, auf die Erde, wenngleich sich seine Rolle und der Grund für seine Rückkehr von dem, was die Christen sagen, unterscheidet. Er wird in erster Linie auf die Erde zurückkommen, um seine Sterblichkeit unter Beweis zu stellen, und um die falschen Ansichten, die die Menschen über ihn verbreitet haben, zu widerlegen. Er wird ein normales Leben führen, heiraten und wie jeder andere Mensch auch sterben.

„Es gibt keinen unter den Leuten der Schrift, der nicht noch vor dessen Tod ganz gewiß an ihn glauben wird. Und am Tag der Auferstehung wird er über sie Zeuge sein."
Quran 4:159

Jesus wird ebenfalls den falschen Antichristen bekämpfen, der kurz vor seiner Rückkehr auftauchen wird. Die Welt wird einen Zustand des Friedens und der Ernsthaftigkeit erleben, die sie in ihrer Geschichte nie gefühlt hat: alle dienen demselben Gott, unterwerfen sich Ihm allein und leben in Frieden miteinander.

📝 Schlussfolgerung

Es gibt nur Einen Gott, der die menschlichen Wesen allesamt geschaffen und ihnen eine Botschaft übermittelt hat: unterwürfig Gott anzubeten – und nur Gott allein – und Seine Anweisungen zu befolgen – dies wird auf Arabisch als Islam bezeichnet.

Jesus Christus, geboren von der Jungfrau Maria, vollbrachte Wunder und lud die Israeliten zu derselben Botschaft der Unterwerfung (Islam) ein, wie es alle die Propheten vor ihm taten. Er war weder Gott, noch war er der „Sohn Gottes", sondern er war der Messias, ein bedeutender Prophet Gottes. Jesus hat die Menschen nicht angewiesen, ihn anzubeten; sondern er hat sie vielmehr dazu aufgerufen, Gott allein anzubeten, Den er selbst ebenfalls anbetete.

Sechs Jahrhunderte später wurde die Wahrheit über Jesus Christus mit dem Kommen des Propheten Muhammad endlich wieder richtiggestellt und für immer in dem letzten Buch der göttlichen Offenbarung, dem Quran, bewahrt. Liebe und Respekt für Jesus gehören zu den Glaubensvorschriften im Islam.

📌 Quelle: Von M. Abdulsalam – IslamReligion.com