📖 Der Qur'an – Das bewahrte Wort Gottes
Die Menschheit hat die Rechtleitung Gottes nur über die Vermittlung Seines Wortes durch die Propheten erhalten, die Er auserkorte, damit sie Seinem Willen den Menschen mitteilen. Beide, das Wort Gottes und der Prophet, der es vermittelte, sind untrennbar. Versuche, die unternommen wurden, den Willen Gottes zu erfahren und dabei das Wort Gottes oder den Propheten zu vernachlässigen, sind immer irreführend gewesen.
Die wichtigsten vor dem Qur'an existierenden Heiligen Schriften – das Alte Testament und die Evangelien – wurden lange Zeit nach den Propheten und in Form von Übersetzungen niedergeschrieben. Daher besteht die uns heute zur Verfügung stehende Bibel aus der Übersetzung von Erzählungen einzelner Personen von der ursprünglichen Offenbarung. Diese Erzählungen beinhalten Hinzufügungen, und an ihnen wurden Streichungen von den Anhängern des jeweiligen Propheten vorgenommen.
Dagegen ist die letzte und abschließende Offenbarung, der Qur'an, in originaler Form heute noch vorhanden. Gott selbst garantierte seine Bewahrung. Der Qur'an wurde zu Lebzeiten des Propheten Muhammad (ﷺ) von den Schreibern der Offenbarung auf Palmblättern, Pergament, Holz, Leder und Schulterknochen niedergeschrieben. Darüber hinaus gab es hunderte von Gefährten des Propheten (ﷺ), die als „Hafazat al-Qur'an" (die Bewahrer des Qur'an, die ihn auswendig lernten) bekannt waren.
Der Prophet Muhammad (ﷺ) betonte, dass er jedes Jahr im Monat Ramadhan eine umfassende Durchsicht und Rezitation des Qur'an in Anwesenheit von Gabriel (a.s.) durchführte. Dies geschah im letzten Jahr seines Lebens sogar zweimal.
Dann beauftragte der erste Kalif Abu Bakr as-Siddiq (r.) einen Schreiber der Offenbarung, Zaid ibn Thabit (r.), mit dem Sammeln des Qur'an unter strengen Sicherheitsmaßnahmen. Aus diesem Originalband fertigte eine Kommission von vier Kopierern mehrere Kopien im Auftrag des dritten Kalifen Uthman ibn Affan (r.) an. Diese Kopien wurden auf die Länder im islamischen Gebiet verteilt.
Alles Erschaffene ist in dem Schema der Schöpfung sorgfältig an der Stelle platziert, wo es hingehört. Diejenigen, die vorgeben, dass Muhammad (ﷺ) der Urheber des Qur'an sei, behaupten aus vielerlei Gründen etwas Unmögliches:
Erstens – wie könnte er wissenschaftliche Tatsachen im 7. Jahrhundert n. Chr. aussprechen, die kein Mensch seiner Epoche entwickeln konnte, und dies mit absoluter Präzision und ohne den geringsten Fehler?
Zweitens – Muhammad (ﷺ) lebte vor seiner Berufung vierzig Jahre lang unter seinen Mitmenschen, die von ihm nur Wahrheiten hörten. Sollte ein solcher Mann plötzlich anfangen, ein Buch zu schreiben, das beispiellos in seinem literarischen Wert ist?
Drittens – Muhammad (ﷺ), der bei seinen Mitmenschen als AL-AMIN (der Vertrauenswürdige, der Zuverlässige, der Aufrichtige) bekannt war – wie konnte ein solcher Mann mit einem unwahren Anspruch hervortreten?
Jeder aufrichtige, unbefangene und nach der Wahrheit suchende Mensch wird mit Sicherheit zu der Überzeugung kommen, dass der Qur'an das offenbarte Buch Gottes ist.
💬 Stimmen bedeutender Gelehrter
Der Qur'an nimmt zugestandenermaßen eine bedeutende Stellung unter den religiösen Büchern ein. Obwohl er das jüngste der Werke ist, die zu der epochemachenden Literaturklasse zählen, steht er keinem von ihnen nach in der wunderbaren Wirkung, die er auf große Massen ausgeübt hat. Er hat eine fast neue Phase des menschlichen Denkens und ein blühendes Persönlichkeitsmuster geschaffen. Zunächst verwandelte er eine Zahl grundverschiedener Wüstenstämme der arabischen Halbinsel in eine Heldennation. Dann begann er die gewaltigen, politisch-religiösen Organisationen der muhammedanischen Welt zu schaffen, jene Organisation, die eine der großen Mächte darstellen, mit denen Europa und der Osten rechnen müssen.
Ein Werk, außerdem, das dermaßen wirksam und geziemend unverträgliche Gefühle hervorruft, sogar in dem entfernten Leser – entfernt, was das Zeitalter, und umso mehr, was die geistige Entfaltung betrifft – ein Werk, das nicht nur den Widerwillen des Lesers bezwingt, mit dem er vielleicht seine sorgsame Durchsicht beginnt, sondern diese feindliche Gefühl in Erstaunen und Bewunderung umwandelt…
Die oben erwähnten Beobachtungen machen die Hypothese unhaltbar, die von denjenigen aufgestellt ist, die Muhammad als den Verfasser des Qur'an ansehen. Wie könnte ein Mann von einem des Lesens und Schreibens Unkundigen zum wichtigsten Autor der arabischen Literatur werden, was die inneren literarischen Werte betrifft? Wie könnte er damals Tatsachen wissenschaftlicher Natur ansprechen, die kein Mensch seiner Epoche möglicherweise entwickelt haben könnte, und all dies ohne den geringsten Fehler in seinen Äußerungen über das jeweils behandelte Thema zu machen?
An dieser Stelle sollte vielleicht sein (des Qur'an) innerer Wert als eine literarische Leistung nicht an irgendwelchen vorgefassten Erfahrungsgrundsätzen des subjektiven und ästhetischen Geschmacks gemessen werden, sondern an den Wirkungen, die er auf Muhammads Zeitgenossen und Gefährten zeigt; und dies, weil er so wirksam und überzeugend zu den Herzen seiner Zuhörer sprach, sodass bisher rebellische und widerstreitende Elemente zu einem kompakten und gut organisierten Körper verschmolzen. Sie wurden von Ideen beseelt, weit über jene hinaus, die bis dahin den arabischen Geist leiteten, einfach weil er (der Qur'an) eine zivilisierte Nation aus unzivilisierten Stämmen hervorbrachte und einen neuen Einschlag einschoss in die alten Längsfäden der Geschichte.
Bei diesem Versuch, die Ausführungen meiner Vorgänger zu verbessern und etwas vorzulegen, was als Nachahmung gelten könnte, bemühte ich mich kleinmütig, die erhabene Rhetorik des Arabischen Qur'an zu studieren, den verzweigten und reichlich variierten Rhythmus, der – abgesehen von der Botschaft selbst – das unbestreitbare Anrecht des Qur'an gründet, zu den größten literarischen Meisterstücken der Menschheit zu gehören. Dieses bezeichnende Merkmal – „die unnachahmliche Symphonie", wie der gläubige Pickthall das von ihm als heilig angesehene Buch (den Qur'an) beschreibt, „deren Klänge schon die Menschen zu Tränen rühren und zur Entzückung hinreißen" – ist von früheren Übersetzern nahezu völlig ignoriert gewesen; es überrascht daher nicht, dass das, was sie geschrieben haben, in der Tat verblichen und plump klingt im Vergleich mit dem herrlich gezierten Original.
Eine völlig objektive Untersuchung (des Qur'an) unter Heranziehung von modernem Wissen lässt uns die Übereinstimmung zwischen den beiden (dem modernen Wissen und dem Qur'an) erkennen, wie schon an wiederholten Gelegenheiten bemerkt wurde. Dies lässt uns für undenkbar halten, dass ein Mann zu Muhammads Zeit der Autor von solchen Darstellungen gewesen wäre, in Anbetracht des Wissensstandes zu seiner Zeit. Solche Gründe sind ein Teil dessen, was der qur'anischen Offenbarung ihre einzigartige Stellung gibt, und den unparteiischen Wissenschaftler zwingt, seine Unfähigkeit einzuräumen, eine Erklärung ausschließlich auf der Basis materialistischer Beweisführung zu geben.